Die Polizei fährt weit voraus, sperrt die Straßen ab, zeigt sich kaum am Demonstrationszug. „Es sind ein paar Linksextreme dabei“, sagt Steffen Dopichay, der den Einsatz für die Polizei leitet. „Aber wir gehen davon aus, dass es friedlich bleibt. Das hier ist bürgerlicher Protest.“

Die Polizei war laut eigenen Angaben mit 400 Beamten im Einsatz. Damit gingen erstmals in Berlin mehrere Tausend Menschen gegen die Wohnungspolitik auf die Straße. Im September 2016 und im April 2017 waren es jeweils nur mehrere Hundert Teilnehmer.

Mehr als 10.000 Menschen protestierten am Sonnabend für bezahlbare Mieten und gegen Gentrifizierung. Das Thema bewegt ganz unterschiedliche Leute.

Zur Anfangskundgebung um 13.45 Uhr sind es nicht mehr als 2000 Teilnehmer, bei angekündigten 4000. Um 15.30 Uhr reicht der Demonstrationszug dann aber vom Checkpoint Charlie über Schützenstraße und Leipziger Straße bis zum Potsdamer Platz. Die Polizei spricht von mehr als 10 000 Teilnehmern. Es wird klar: Das Thema beschäftigt viele Berliner.

Doch hat Berlin, hat der rot-rot-grüne Senat tatsächlich schon genug getan, damit die Mieten bezahlbar bleiben? Das sehen die Bürger, die am Sonnabend auf die Straße gegangen sind, vermutlich nicht so. „Es muss sich etwas ändern, und zwar bald“, sagt Gisela Mochalski.