Heimatlos, Obdachlos und ohne Chancen auf ein besseres Leben.

 

Weltweit, Deutschland, Berlin und bei uns nebenan.

Wohnen ist ein Menschenrecht. Zehntausende Menschen leben in Deutschland auf der Straße.

Es liegt mir am Herzen diesen Menschen eine Stimme in Form eines Bildes zu geben.


Diese Bilder sind alltäglich. Wir laufen an diesen Menschen vorbei und nehmen sie wahr oder auch nicht.

Die neuesten Zahlen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe offenbaren ein erschreckendes Ergebnis: Laut ihren Schätzungen werden 536.000 Menschen in Deutschland im Jahr 2018 ohne Wohnung sein. Das wäre seit 2015 eine Steigerung um rund sechzig Prozent.

 

Hauptgrund für die steigende Obdachlosigkeit sind die wuchernden Mietsteigerungen vor allem in Großstädten. Eine jüngst veröffentlichte Studie der Humboldt Universität Berlin (HU) und der Hans-Böckler-Stiftung offenbarte, dass vierzig Prozent der Haushalte in den 77 deutschen Großstädten, also rund 9 Millionen Menschen, mehr als dreißig Prozent ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen. Diese Situation spiegelt sich auch in der Verteilung von Wohneigentum wider. Während von den einkommensschwachen Haushalten lediglich 7,5 Prozent in selbstgenutztem Wohneigentum leben, sind es bei Haushalten mit hohen Einkommen fast 42 Prozent. Vermögende Oberschichten sind zudem in den Immobilienmarkt eingestiegen. Sie kontrollieren als „Kleinvermieter“ nach Angaben des Instituts für deutsche Wirtschaft inzwischen 15 Millionen Wohnungen oder 60 Prozent aller Wohnungen, und üben zusätzlich Druck aus, die Mieten und damit ihre Rendite zu erhöhen. Die Wohnungsfrage ist Spiegelbild einer immer tiefer gespaltenen Gesellschaft in Deutschland. Die Entwicklung hänge mit dem Rückgang oder der vollkommenen Beendigung des „sozialpolitisch gesteuerten Wohnungsbaus“ zusammen, erklären die Autoren der HU-Studie. „Die Wohnbedingungen sind damit nicht nur ein Spiegel bestehender Ungleichheit, sondern tragen auch selbst durch die hohe Mietkostenbelastung zu einer wachsenden Ungleichheit bei“, resümieren sie. Ein Beispiel dafür liefert wiederum Berlin. Hier sind die Mieten in den letzten Jahren besonders stark gestiegen. Dies ist das direkte Ergebnis der rot-roten Wohnungspolitik zwischen 2002 und 2011, die 150.000 öffentliche Wohnungen privatisiert, die verbliebenen städtischen Wohnungsgesellschaften auf Renditeorientierung verpflichtet, den staatlichen Wohnungsbau völlig eingestellt und durch den Ausstieg aus der Anschlussförderung für Sozialwohnungen extreme Mietsteigerungen ermöglicht hat. Während der Berliner Wohn-und Immobilienmarkt dadurch zum El Dorado für private Investoren und Spekulanten wurde, sanken die Einkommen vieler Berliner Familien auf Armutsniveau. Die erbärmlichen Wohnverhältnisse in Mietskasernen zu Beginn des 20. Jahrhunderts kehren zurück.